Drogenrangliste
Drogenrangliste

Alkohol

 

Gerade bei Alkohol werden die Gefahren des Konsums häufig unterschätzt. Ethanol, also Trinkalkohol, ist ein Zellgift, das ohne den raffinierten Abbauprozess im menschlichen Organismus verheerende Folge hätte. Es greift beinahe alle Organe an und zerstört die Körperzellen. Da Alkohol körperlich abhängig machen kann wird es in einigen Studien als harte Droge, und nicht wie oft angenommen als Genussmittel, eingestuft. Die große Beliebtheit von Alkohol ist nicht zuletzt durch seine stimmungsfördernde und enthemmende Wirkung zu erklären.


Benzodiazepine

 

Medikamente mit sehr hohem Suchtpotenzial (Beruhigungs- und Schlafmittel). Die Stoffe wurden ursprünglich in der Narkosemedizin eingesetzt und zählen heute zu den am häufigsten verschriebenen Beruhigungsmitteln. Bei zu langem Gebrauch kann es sein, dass sich die Wirkung ins Gegenteil umwandelt. Auch das plötzliche Absetzen dieser Medikamente nach längerem Gebrauch kann gegenteilige Wirkung auslösen.


Crack

 

Die rauchbare Form von Kokain sorgt für einen schnellen und intensiven Rausch, den sog. „Flash“. Der Name „Crack“ ist auf das Knacken der sog. „Rocks“ (Kristallkörner), das beim Rauchen entsteht, zurückzuführen. Crack wird eine stimmungsaufhellende bis euphorisierende Wirkung nachgesagt. Der Rausch endet jedoch so schnell wie er gekommen ist. Depression, Nervosität und Angstzustände sind häufig die Folge. Bei längerem und regelmäßigem Konsum kann es zu schweren psychischen und motorischen Störungen kommen.


Droge

 

Das Wort Droge stammt etymologisch wohl von dem niederländischen Wort droog im Sinne von „trocken“ ab. Ursprünglich wurden so getrocknete Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs bezeichnet, die als Heilmittel benutzt wurden. Ein Synonym für „Droge“ ist das Wort Rauschmittel, das den gewünschten Effekt des Konsums, nämlich einen veränderten Bewusstseinszustand hervorzurufen, bereits impliziert.


Einstiegsdroge

 

Dieser politisch geprägte Begriff ist durchaus brisant und umstritten. Die Frage, welche Substanzen als Einstiegsdrogen bezeichnet werden können und ob diese Bezeichnung überhaupt Sinn macht, sorgt für Zündstoff in der Drogendiskussion. „Wer das nimmt, nimmt automatisch auch alles andere“, so lautet die Einschätzung der einen Seite, während die andere die Harmlosigkeit von Tabak, Alkohol oder Cannabis im Hinblick auf eine Abhängigkeitsgefährdung unterstreicht.


Flatrate-Saufen

 

Nach All-you-can-eat kommt jetzt All-you-can-drink bei deutschen Jugendlichen in Mode. Bei kommerziellen Veranstaltungen werden daher alkoholische Getränke ohne Begrenzung der Menge zu einem Pauschalpreis ausgeschenkt. Die Politik verweist auf die Verführung der Jugend zum exzessiven Trinken und die damit korrelierenden steigenden Zahlen der Alkoholvergiftungen in Deutschland.


Goldener Schuss

 

Dieser sehr euphemistisch gewählte Ausdruck bezeichnet eine intravenös verabreichte Überdosis eines Opioids, meist Heroin. Er ist Mittel zum Suizid oder ungewollt eingesetzt. Die Gefahr, sich unabsichtlich einen „Goldenen Schuss“ zu setzen, besteht aufgrund von mangelnder Qualitätskontrolle der Substanzen, so dass der Reinheitsgrad vom Konsumenten oft falsch eingeschätzt und die Dosis falsch berechnet wird.


Heroin

 

Heroin ist der Gruppe der Opiate zugehörig. Es wird aus dem eingetrockneten Milchsaft des Schlafmohns gewonnen. Es wirkt unter anderem schmerzmildernd, beruhigend und angstlösend. Die Liste der negativen Folgen von Heroinkonsum ist lang und reicht von Appetit- und Schlaflosigkeit über Impotenz bis hin zu Lähmung oder Koma. Heroin versteckt sich auch hinter den Szene-Begriffen: Age, Braunes, Cachla, Gift, Material oder Shore. Der Heroinhandel floriert: Im Jahr 2007 wurde in Deutschland über eine Tonne Heroin beschlagnahmt.


Ice

 

Diese vielfach gesteigerte Form von Methamphetamin besitzt einen hohen Reinheitsgrad. Es wird in der Drogen-Szene auch „Super Speed“ oder „Freebase-Speed“ genannt.


Joint

 

Die meist konisch geformte Haschzigarette ist wohl die beliebteste und bekannteste Form des Cannabis-Konsums. Rund 600.000 Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren konsumieren Haschisch regelmäßig. Es rangiert in ganz Europa auf der Liste der meistkonsumierten Drogen ganz oben. Das belegen auch die Produktionszahlen: Jährlich werden fast 50.000 Tonnen Cannabis hergestellt.


Kokain

 

Kokain wird mithilfe eines chemischen Verfahrens aus den Blättern des Coca-Strauchs gewonnen. Dabei wird Kokainhydrochlorid gewonnen, das als weißes, kristallines Pulver bekannt ist. Schon die alten Inkas haben Kokain durch das Kauen der Blätter konsumiert. In der heutigen Zeit wird Kokain intravenös gespritzt, geraucht oder geschnieft. Die Wirkung der Droge ist individuell unterschiedlich, jedoch lassen sich als typische Folgeerscheinungen ein gesteigertes Selbstwertgefühl, geminderte soziale und sexuelle Hemmungen ebenso wie gesteigerte Aggressivität, paranoide Wahnvorstellungen und Halluzinationen konstatieren. Bei nachlassender Rauschwirkung kann es auch zu Erschöpfungszuständen und Schuldgefühlen bis hin zum Suizidgedanken kommen. Zudem wird Kokain (aufgrund der als positiv empfundenen Wirkung der Selbstwertgefühlsteigerung) ein hohes Abhängigkeitspotenzial zugesprochen


LSD

 

Lysergsäurediethylamid ist eine der stärksten bewusstseinsverändernden Drogen. Auf den sogenannten Trips, erleben die Konsumenten Wahnvorstellungen, visuelle Halluzinationen bis hin zu einer gänzlich verzerrten Selbstwahrnehmung. Dieser Zustand kann Psychosen auslösen und zu Angstzuständen führen („Horrortrips“). Nicht selten kommt es nach der Einnahme von LSD zu sog. „Flashbacks“, d. h. einem Wiedererleben des Trips, lange nach der eigentlichen Einnahme von LSD.


Methadon

 

Das Opioid dient in der Medizin als Substitutionsstoff für Heroin. Es soll bei den Patienten die Heroinentzugserscheinungen unterdrücken und den „Heroinhunger“ stillen. Methadon wurde während des Zweiten Weltkrieges entwickelt und wird vollsynthetisch hergestellt. Nachteilig wirkt sich Methadon auf die Psyche der Konsumenten aus, die oft antriebslos sind und ihren Alltag nur mit Mühe meistern können. Ziel der kontrollierten Abgabe von Methadon an Suchtkranke ist unter anderem die Entkriminalisierung von Heroinabhängigen. Ihnen soll so die Integration in die Gesellschaft und der Ausstieg aus der Beschaffungskriminalität erleichtert werden.


Opium

 

Archäologische Pfunde belegen, dass bereits die alten Griechen Opium für kultische und medizinische Zwecke nutzten. Hergestellt wird die Substanz aus dem eingedickten Milchsaft von Schlafmohn. Besonders die schmerzstillende und sedative Eigenschaft von Opium wurde in der Medizin geschätzt. Auch heute noch wird die Substanz in Medikamenten verwendet. Gleichzeitig dient sie aber auch als halluzinogene Droge, die zu Tagträumen und Visionen führt. Zudem wird es zur Erreichung von ekstatischen Zuständen während religiöser Handlungen oder als Aphrodisiakum verwendet. Der Anbau von Schlafmohn ist in Deutschland genehmigungspflichtig.


Rausch

 

Ein Rauschzustand kann durch verschiedene Ereignisse ausgelöst werden. Sowohl durch die Ausschüttung körpereigener Substanzen wie Endorphine oder Adrenalin (z. B. bei einem Bungee-Sprung) als auch durch die Zufuhr von psychotropen Substanzen, sprich Drogen. Der Zustand kann dabei als negativ oder positiv empfunden werden. Vor dem möglichen Abgleiten in eine Abhängigkeit durch die Suche nach einem Rausch warnte schon Martin Luther im 16. Jahrhundert: „Ein Rausch ist zu ertragen, die Trunksucht aber nicht.“


Set und Setting

 

Der Rauschzustand, der sich nach dem Konsum von Drogen einstellt, ist in besonderem Maße von zwei Faktoren abhängig: Dem Set und dem Setting. Set bezeichnet den inneren Zustand des Konsumenten zum Zeitpunkt der Drogeneinnahme. Dabei spielen sowohl die physiologischen als auch psychologischen Faktoren eine Rolle. Fürchtet sich der Konsument z. B. vor der Droge, nimmt sie aber dennoch ein, hat er ein schlechtes Set und wird das Rauscherlebnis sehr wahrscheinlich als negativ empfinden.

Das Setting ist ebenfalls für die Drogenerfahrung von Bedeutung. Befindet sich der Konsument in einem ungewohnten Umfeld, in dem er sich nicht wohl fühlt, wirkt sich das u. U. ungünstig auf den Trip aus. Das Setting schließt alle äußeren Umstände während des Konsums ein.


Trip

 

Der Ausdruck wird besonders im Zusammenhang mit LSD oder anderen halluzinogenen Drogen verwendet. Es bezeichnet den intensiven Rauschzustand nach dem Konsum der Stoffe. Spricht man davon, einen Trip einzuwerfen, ist wahrscheinlich die orale Zufuhr von LSD mithilfe von Papiertrips, gemeint.


Upper

 

Als Upper bezeichnet man Substanzen mit aufputschender oder leistungssteigernder Wirkung wie Kokain, Ecstasy, Speed oder auch Koffein. Die gegensätzliche Wirkung wird durch Downer wie Alkohol, Opium oder Cannabis erzielt.


XTC

 

Auf dem illegalen Markt wird Ecstasy, kurz XTC, in Form von Pillen oder Kapseln verkauft. Es gehört zur Gruppe der Entaktogene, denen sowohl bewusstseinsverändernde als auch stimulierende Effekte nachgesagt werden. Ecstasy kann bei Konsumenten zu Glücks- und Liebesgefühlen, einem veränderten Körperbewusstsein aber auch zu Depression, Wahnvorstellungen, Angstzuständen und sogar Herzversagen führen. In der Drogenszene trägt Ecstasy viele Namen: Adam, Eve, E, Hug Drug oder Liebespille sind nur einige Beispiele.